13.08. - 25.08. Karlsruhe

Antidiskriminierungs-konzept

Wichtigste Infos auf einen Blick:

Kurzfassung des Antidiskriminierungs-konzepts

Langfassung des Antidiskriminierungs-konzepts

Was ist eine Diskriminierung?

Von Diskriminierung sprechen wir, wenn Benachteiligungen, Ausgrenzung oder Übergriffe / Belästigungen wegen grundlegender Zugehörigkeiten oder Zuschreibungen geschehen. Dazu gehören zum Beispiel: Antisemitische Zuschreibung, äußere Erscheinung, Behinderung und chronische Erkrankungen, Fürsorgeverantwortung, Geschlecht und Geschlechtsidentität, Gewicht, Lebensalter, Rassistische Zuschreibungen, Religion und Weltanschauung, sexuelle Identität, Sozialer Status etc. Darüberhinaus kann sich Diskriminierung auch diffus äußern: In abwertenden Aussagen, die über einer Gruppe verallgemeindernde Aussagen macht. In Aussagen, die nicht klar zu greifen sind, weil ihr Bedeutung vielleicht doppeldeutig ist. In Witzen oder Sartire, die angeblich nicht ernst gemeint sind, aber verletzten können. Damit Diskriminierung stattfindet, müssen Betroffene nicht anwesend sein oder direkt gemeint sein. 

In allen hier genannten Beispielen entscheidet nicht die Absicht, sondern die Wirkung. Das heißt: Auch, wenn eine Äußerung oder Handlung nicht bewusst diskriminierend gemeint war, kann sie sich schädigend auswirken. Auch Unachtsamkeit, Unwissenheit, Gedankenlosigkeit oder bisher als selbstverständlich angesehene Äußerungen und Verhaltensweisen können demnach eine Diskriminierung zur Folge haben.

Die meisten von uns sind von Diskriminierungen betroffen. Einige weniger, andere mehr und/oder mehrfach. Manche sind vielfach priviligiert. Die meisten von uns üben auch bewusst oder unbewusst diskriminierendes Verhalten aus, da wir in einer von Hierarchien und Unterdrückung geprägten Gesellschaft aufgewachsen und sozialisiert worden sind und diese Verhaltens und Denkweisen reproduzieren (wiederholen). Dies war und ist auch auf dem SCC der Fall und dem wollen wir entgegenarbeiten.

Das System Change Camp ist ein Ort für alle Menschen, die nicht akzeptieren wie die Gesellschaft funktioniert und hinarbeiten wollen zu einer gerechteren und freieren Welt ohne Unterdrückung, Ausbeutung und Diskriminierung. Das Camp soll einen Raum bieten, um die Bewegung zu stärken und durch gemeinsames Diskutieren, Reflektieren und Care (Fürsorge) zu lernen, wie wir gegen Unterdrückung inner- und ausserhalb unserer Gruppen vorgehen können.

Wir würden uns von uns selbst als Orga und von allen Camp Teilnehmer*innen wünschen, sich die Zeit zu nehmen, diese Prozesse vor dem Camp, auf dem Camp und nach dem Camp mit zu tragen und zu fördern.

Konkret heisst das auf dem Camp:

Für von Diskriminierung betroffene Menschen:

Wir wollen transparent machen, dass das Camp kein Safer Space ist. 

Wie im Rest der Gesellschaft in Deutschland, ist auch das Camp von einer weissen, nicht-behinderten, nicht-migrantischen, nicht-muslimischen, nicht-jüdischen cis-gendered und anderweitig privilegierten Mehrheit dominiert und geprägt und ist durch diese Sozialisierung nicht frei von Diskrimination. Die Offenheit des Camps, sowie seine Grösse und die kurze Dauer ermöglichen es nicht, dem ausreichend entgegenzuwirken. 

Trotzdem möchten wir in der Vorbereitung und auf dem Camp Diskriminierungen entgegenwirken: Wir wollen Prozesse zur Reflexion und Solidarität anstossen und gleichzeitig Strukturen anbieten, die einen empowernden/selbstbestimmten Umgang mit Diskriminierungsfällen ermöglichen.

Dafür haben wir folgende Strukturen vorgesehen:

  • Prävention & Sensibilisierung zu Diskriminierungen:
    • Priorisierung von marginalisierte Perspektiven und Anti-Unterdrückungsthemen im Programm.
    • Teilen dieses Antidiskriminierungskonzeptes mit allen Beitragenden, Posts vor dem Camp und Aushänge auf dem Camp.
  • Awareness Team: Auf dem Camp gibt es ein Awareness Team, an das ihr euch wenden könnt und das versucht euch betroffenen-zentriert so gut wie möglich zu unterstützen.
  • Safer Spaces: auf dem Camp stehen 7 Zelte bereit für Safer Spaces. Ausserdem könnt ihr bei allen Zelten anschreiben, was eure genauen Bedürfnisse für den Zeitraum der Nutzung sind.
    • Chill Zelt für alle
    • Ruhezelt für alle 
    • ARA (affected by racism and/or antisemitism) Safer Space
    • Disability Safer Space
    • Neurodivergenz Safer Space
    • FLINTA* Safer Space
    • 1 frei nutzbares Zelt. Wenn ihr das nutzen wollt, tragt auf dem Schild vor dem Zelt ein, wer gerade drin ist/(nicht) rein soll. Bitte achtet dabei auch auf Bedürfnisse anderer Gruppen und versucht im Austausch miteinander die Nutzung zu regulieren.
  • Betroffenenvernetzung & herrschaftskritische Runden:
    • Die Betroffenen Vernetzungen sind Treffen, in denen sich von Diskriminierung betroffene Menschen austauschen und Reflexions-Prozesse anstossen können. Ihr könnt auch schon vor Beginn des Camps einer Betroffenen Vernetzung beitreten. In der Anmeldung könnt ihr Signal Gruppen dazu finden.
    • Die Treffen sollen zum einen einen Raum bieten, um sich zu diskriminierenden Erfahrungen auf dem Camp Austauschen und gegenseitig unterstützen zu können. Zum anderen sollen die Treffen einen selbstbestimmten Umgang und eine Feedback-Weg an das Camp ermöglichen: Eure ausgearbeiteten Gedanken/Prozesse können von zwei Delis (Deligierte) durch die sogenannten haufenübergreifenden Treffen an das gesamte Camp weitergeleitet werden. Zum Beispiel könnte angeregt werden, in allen Haufen bestimmte Texte/eine Stellungnahme zu Diskriminierungsformen auf dem Camp zu lesen. Hierfür stehen einige Materialien & Methoden in einem Werkzeugkoffer zur Verfügung.
    • Ausserdem sind Menschen die nicht von (bestimmten) Diskriminierungen betroffen sind, eingeladen sich mit diesen in herrschaftskritischen Runden auseinander zu setzen. Beispiele könnten Runden zu Critical Whiteness, kritischer Männlichkeit oder zu Klassenprivilegien sein.
  • Werkzeugkoffer mit Medien & Methoden zu Diskriminierungsformen: Es steht eine Sammlung an Medien und Methoden zur Reflexion von Diskriminierungen vor Ort und Online zur Verfügung, der jederzeit von allen genutzt, erweitert und weiterverbreitet werden kann. Wenn ihr Medien ergänzen möchtet, schickt uns diese gerne per Mail an : . Ausserdem kann von den Betroffenenvernetzungen angeregt werden bestimmte Medien & Methoden zu nutzen, wenn sie merken, dass im Camp besonderer Bedarf danach besteht.
  • Erreichkbarkeit und Feedbackmöglichkeit an die Antidiskriminierungs AG: Ihr könnt vor, während und nach dem Camp gerne Feedback per Mail an uns schicken () und uns auf dem Camp direkt in unseren Sprechzeiten (18:00-19:00 Uhr) erreichen. Wir stehen in den Sprechzeiten bereit, um zuzuhören, Kritik aufzunehmen, Reflexionsprozesse zu unterstützen, Feedback an andere AGs und in die Prozesse des nächsten Camps weiterzutragen. Falls ihr emotionale Unterstützung braucht, wendet euch gerne an die Awareness. Falls ihr Unterstützung in der Lösung von Konflikten braucht, wendet euch an die Mediationsgruppe auf dem Camp (Handynummer folgt).

Für Menschen mit Privilegien in bestimmten Bereichen

zBsp weisse, nicht-behinderte, nicht-migrantische, nicht-muslimische, nicht-jüdische, nicht Sinti*zze und Roma*nja, cis-gendered, norm-schöne und anderwertig privilegierte Menschen. Wenn du Begriffe hiervon nicht verstehst, findest du ganz unten Erklärungen dazu.

Wir laden alle dazu ein, sich mit erlernten Mustern und Denkweisen, sowie ihren Privilegien auseinanderzusetzen.

Das System Change Camp ist ein Raum für alle, die für eine freiere Welt kämpfen wollen. Dazu gehört nicht nur die Unterstützung von und der gemeinsamer Kampf mit Betroffenen, sondern auch sich mit seinen eigenen Privilegien und aktiven Diskriminierungsmustern auseinanderzusetzen und diese abzubauen. Dabei handelt es sich um einen lebenslangen Prozess von uns allen, den wir hier auf dem Camp nur etwas anstoßen oder voranbringen können. 

Dazu hier ein paar (unvollständige) Leitlinien für den Umgang mit Diskriminierungen auf dem Camp.

  • Einschreiten: Ob Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit, Ableismus, Klassismus oder Ageismus  – beobachtet ihr diskriminierendes Verhalten, handelt! Unterstützt die betroffene Person und wiedersprecht dem, was passiert ist. Neutralität erhält in diesen Fällen nur diskriminierende Verhaltensmuster oder Aussagen und ist für betroffene Menschen, die andauernd auf Diskriminierungen reagieren müssen, unsolidarisch und isolierend. Dies bedeutet, dass ggf. Personen, die gerade sprechen, unterbrochen werden. Alle Personen im Raum können eingreifen, wenn eine Diskriminierungsform repliziert wird.
  • Paternalismus vermeiden: Bei Diskriminierungen einschreiten ist wichtig, aber bitte achtet dabei darauf nicht bevormundend gegenüber betroffenen Menschen zu handeln, sondern sie für sich selbst sprechen und entscheiden zu lassen.
    • Paternalismus beschreibt, wenn eine Person in höherer Machtposition Entscheidungen für andere trifft, angeblich zu deren Besten. Diese „Bevormundung“ geschieht, ohne die Betroffenen ausreichend einzubeziehen oder ihnen Entscheidungsfreiheit zu lassen. Paternalismus impliziert ein Machtungleichgewicht, bei dem die „höhere“ Instanz meint, besser zu wissen, was für die „niedere“ gut ist.
  • Kritik akzeptieren: Werdet ihr selbst auf euer diskriminierendes Handeln aufmerksam gemacht, spürt eure Gefühle z.B. Trotz, Verletztheit oder Wut. Versucht jedoch nicht auf Basis dieser Gefühle gegenüber einer betroffenen Person ins Handeln zu gehen, sondern findet Wege diese zu bewältigen und konfrontiert Betroffene nicht mit euren Gefühlen. Versucht gemeinsam mit anderen Menschen, die sich vielleicht in der Diskriminierungsform auskennen, zu verstehen, was an eurem Verhalten diskriminierend war und wie dies geändert werden kann. Vergesst nicht: Es seid nicht ihr, die verletzt wurdet. Euer diskriminierendes Handeln macht euch nicht zu schlechten Menschen, sondern ist ein Produkt einer Sozialisierung in einer diskriminierenden Gesellschaft. Es liegt in eurer Verantwortung dies zu entlernen und Diskriminierung entgegenzuwirken. Versucht unangehme Gefühle auszuhalten. Entschuldigt euch. Akzeptiert, wenn betroffene Menschen sich der Situation entziehen wollen, weil sie sich den Verletzungen nicht weiter aussetzen wollen.
  • Fehlerfreundlichkeit: Wir wollen uns in den Gesprächen und beim Einschreiten auch immer bewusst sein, dass Fehler bewusst oder unbewusst passieren können, und wir hier sind zum Lernen und nicht zum Verurteilen. 
  • Redeanteile: Bei der Verteilung von Redeanteilen in Gesprächen spielen auch immer Privilegien eine Rolle: wer fühlt sich sicher/berechtigt viel und laut zu reden? Welche Personen werden weniger gehört, weil ihr Perspektiven/ihr Aussehen/ihre Sprache nicht der Mehrheit entspricht? Welche Perspektiven haben in der Gesellschaft mehr Raum, werden z.B. regelmässig im Fernsehen gezeigt? Welche nicht? Welche Perspektiven sind auf dem Camp nicht so viel vertreten? Versucht diese Reflexionen in Gesprächen im Hinterkopf zu haben und darauf zu achten, dass Redeanteile gerecht verteiteilt werden. Besonders wenn es um Diskriminierungen geht: gebt den betroffenen Personen, die ihre Erfahrungen teilen wollen, mehr Raum und nehmt euch ggf. zurück. Achtet darauf dabei nicht aufgrund des äusseren Erscheinens einer Person Annahmen darüber zu treffen, ob die Person von einer Diskriminierung betroffen ist und davon erzählen möchte. Nicht alle Betroffenheiten sind sichtbar und nicht alle Betroffenen möchten ihr Erfahrungen dazu teilen.
  • Weiterbildung: Sich zu Diskriminierungsformen weiterzubilden ist die Basis für Anti-Unterdrückungs Kämpfe und Solidarität und ist ein nie-endender Prozess. Aber dabei gilt: von Diskriminierung betroffene Menschen sind nicht automatisch und ungefragt dafür da Nicht-Betroffenen Fragen zu der Diskriminierungsform zu beantworten. Wenn ihr von einer Diskriminierungsform nicht betroffen seid und dazu Fragen habt, macht lieber eigene Recherchen oder tauscht euch mit anderen Nicht-Betroffenen aus.
  • Privilegien fragility: Wenn ihr realisiert, welche Privilegien ihr habt, oder euch bewusst werdet, wie viel Diskriminierung andere Menschen ausgesetzt sind, kann das schmerzvoll und/oder schambehaftet sein. Es ist wichtig, diese Emotionen zu fühlen, zu verstehen woher die Gefühle kommen, und was mensch daraus lernen kann – gerne auch mit anderen Personen zusammen. Aber diese Rolle sollen nicht unbedingt und ungefragt betroffene Personen übernehmen müssen. Betroffene Menschen erleben tagtäglich Diskriminierungen, die Nicht-Betroffenen vielleicht gerade erst bewusst werden und wollen vilelleicht nicht daran erinnert werden oder zusätzlich noch für Nicht-Betroffenen Sorge tragen müssen.
    • Der Begriff „Fragility“ wird genutzt, um eine Abwehrhaltung, Verleugnung, Abwertung, oder emotionale Verantwortungsabgabe zu beschreiben, die privilegierte Menschen als Reaktion auf die Erwähnung von Diskriminierungen haben können. Z.B. spricht man von „White fragility“, um die Abwehrreaktionen zu beschreiben, die weiße Menschen zeigen, wenn sie rassistisch herausgefordert werden. „Weiße Fragilität“ ist durch Emotionen wie Wut, Angst und Schuldgefühle sowie durch Verhaltensweisen wie Streitlust und Schweigen gekennzeichnet. 
  • Tone Policing/Silencing: Wenn eine Person über Diskriminierungserfahrungen spricht und dabei wütend oder laut wird, hört ihr zu, versucht zu verstehen woher dies Reaktionen kommen und wertet das Gesagte nicht ab.
    • Definition Tone Policing (dt. „Ton-Kontrolle) ist eine bewusste oder unbewusste Diskussionsstrategie bzw. eine Ablenk-Taktik, bei der nicht auf den Inhalt des Gesagten eingegangen wird, sondern vielmehr der Tonfall einer Person zum Gegenstand der Diskussion wird. Von Diskriminierung betroffene Menschen befinden sich häufig in einer Position, in der sie immer wieder über ihr Existenzrecht und ihre Menschlichkeit verhandeln müssen, damit sie gesehen und gehört werden. Emotionen wie Wut, Frustration oder Angst sind dabei wichtige Reaktionen auf ungerechte und lebensbedrohliche Situationen. Die Forderung, sich von gelebten Ungerechtigkeiten zu distanzieren und dabei sachlich zu bleiben, ist ein Ausdruck von ungleich verteilter Macht.
  • Pauschalisierungen: Nutzt nicht ein Beispiel einer Person die von einer bestimmten Diskriminierung betroffenen ist, um über alle Personen, die von der gleichen Diskriminierung betroffen sind, zu sprechen oder einzubeziehen. Dies kommt einer Homogenisierung und Reduktion all dieser Menschen auf ihre Diskriminierungserfahrung gleich und entmenschlicht sie so. (z.B.: sagt nicht: “ Das ist doch nicht so schlimm, weil ich kenne eine Person die davon betroffen ist und für sie ist das ok“)
  • Tokenismus: Achtet bei der Zusammenarbeit in Gruppen darauf von Diskriminierung betroffene Menschen nicht zur Schein-Beteiligung auszunutzen. Seid transparent was die Betroffenheiten und Privilegien in eurer Gruppe angeht und überlegt wie ihr aus eurer jeweiligen sozialen Position heraus am besten zusammenarbeiten könnt. 
    • Definition Tokenismus:  Tokenismus bezeichnet die Praxis, einzelne Personen aus einer unterrepräsentierten Gruppe sichtbar einzubeziehen, hauptsächlich um den Eindruck von Vielfalt oder Gleichberechtigung zu vermitteln – ohne dass diese Personen tatsächlich gleichberechtigt eingebunden sind oder sich strukturell etwas ändert. Z.B.: Eine Schule lädt für eine Podiumsdiskussion eine einzige Person mit Behinderung ein, um Vielfalt zu demonstrieren. Ihre Perspektiven werden während der Diskussion jedoch kaum berücksichtigt, und sie wird bei zukünftigen Entscheidungen zur Barrierefreiheit nicht einbezogen.
  • Kulturelle Aneignung: Als kulturelle Aneignung bzw. cultural appropriation wird ein Prozess beschrieben, bei dem kulturelle Symbole, Genre, Artefakte, Rituale und/oder Technologien einer marginalisierten Kultur von Mitgliedern einer anderen Kultur verwendet bzw. übernommen werden. Dieses „Aus-dem Kontext-reissen“, oft auch in Verbindung mit Hierarchien, finanziellem Gewinn und Ausbeutungsverhältnissen kann sehr verletzend sein für Menschen, deren Kultur angeeignet wird. Ihre Kultur wird durch die Aneignung unsichtbar gemacht, abgewertet und geichzeitig weiter ausgebeutet.
    • Bsp. White Locks: Locks haben für viele Schwarze Menschen eine politische und historische Bedeutung als Symbol des Widerstands gegen Rassismus und weiße Schönheitsnormen. Wenn weiße Menschen diese Frisur tragen, ohne diese Geschichte und die bestehenden Machtverhältnisse zu berücksichtigen, ist das für Schwarze Menschen oft schmerzhaft. Es geht darum, dass weiße Menschen von einem Schwarzen Widerstandssymbol profitieren oder dafür Anerkennung erhalten, während Schwarze Menschen für dieselbe Frisur oft Diskriminierung erfahren. Dadurch kann die ursprüngliche Bedeutung des Symbols entpolitisiert und die Erfahrungen der betroffenen Community unsichtbar gemacht werden. 

Zum Abschluss ein paar treffende Worte der Murri (Aboriginie Communities in Queensland und dem nördlichen New South Wales ) Aktivistin Lilla Watson zur Haltung in Anti-Unterdrückungskämpfen :

„If you have come to help me, you are wasting your time. But if you have come because your liberation is tied up with mine, then let us work together.“

Auf Deutsch: „Wenn du gekommen bist, um mir zu helfen, verschwendest du deine Zeit. Wenn du aber gekommen bist, weil deine Befreiung mit meiner verbunden ist, dann lass uns zusammenarbeiten.

Mehr Informationen/Begriffserklärungen

Ihr möchtet mehr wissen zu verschiedenen Diskriminierungsformen/ seid euch unsicher was Begriffe angeht. 

Dann könnt ihr hier mehr lesen :

https://www.gesichtzeigen.de/mobilesdemokratielabor/wp-content/uploads/sites/2/2024/12/Erklaerung-Diskriminierungsformen-fuer-Lehrkraefte.pdf  
Dort gibt es Erklärungen zu :

  • Ableismus
  • Adultismus
  • Antisemitismus
  • Bodyshaming / Lookismus
  • Diskriminierung Ost(en)
  • Klassismus
  • Queerfeindlichkeit (dazugehörig: Homofeindlichkeit, Transfeindlichkeit)
  • Rassismus (dazugehörig: anti-asiatischer Rassismus, anti-muslimischer Rassismus, anti-Schwarzer Rassismus, Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja)
  • Sexismus

Weitere Erklärungen findest du hier: