Unsere Erfahrungen und Betroffenheiten zum Thema Ableismus sind sehr unterschiedlich. Die gesamte Arbeit war gespickt von unfassbar vielen Lernmomenten, die durch Feedback von Menschen auf und nach dem Camp ergänzt wurden. Diese Learnings arbeiten wir gemeinsam mit den Ergebnissen einer Evaluation von zwei sehr erfahrenen Menschen in unser Konzept ein. Wir möchten mit euch einen kleinen Ausschnitt der Dinge teilen, die wir gelernt haben und was wir dieses Jahr anders machen möchten:
– Wir möchte T*taube Menschen auch auf das Camp einladen können. Wir haben gelernt, dass Verdolmetschung zwischen deutscher Lautsprache und Deutscher Gebärdensprache sehr frühzeitig angefragt werden muss und leider meist teuer ist. Außerdem haben wir beim Barrierenabbau für T*taube Menschen noch stärker als bei anderen Menschen gemerkt, dass ein guter Austausch und Vernetzung mit verschiedenen Menschen aus der Deaf Community wichtig ist.
– Angebote in Einfacher und Leichter Sprache sollten sehr frühzeitig angefragt werden und es gibt allgemein sehr wenig. Wir konzentrieren uns deswegen zunächst auf Einfache Sprache, weil wir uns noch nicht sicher damit fühlen, ob wir Menschen in Leichter Sprache echte Teilhabe und Mitgestaltung auf dem Camp ermöglichen können. Das bleibt ein Ziel, auf das wir hinarbeiten.
– Für barriereärmere und flexiblere An- und Abreisen möchten wir versuchen, einen Shuttle-Service einzurichten.
– Wir möchten mehr Menschen die Teilhabe durch ein Online-Angebot ermöglichen. Der Umfang und die Umsetzung sind hier noch sehr offen.
– Wir möchten Räume auf dem Camp schaffen, die für immungeschwächte / andere chronisch kranke Menschen geeignet sind und in denen alle Menschen Masken tragen. Wir sind gerade noch am Anfang eines Konzepts hierfür.
– Wir wollen mehr Rückzugsräume auch für individuellen Rückzug „parat“ haben. Dazu soll sowohl das Ruhezelt ruhiger werden und wir wollen über die Bettenbörse Rückzugsräume in der Umgebung anbieten können.
– Wir planen eine größere Beschilderung der Zelte, die auch möglichst von Anfang an vollständig ist und Wegweiser, die bei der Orientierung helfen.
– Wir haben eine automatisierte Untertitelung und Verdolmetschung mit KI ausprobiert. Es war eine spannende Erfahrung, doch wir sind zu dem Schluss gekommen, dass KI-Übersetzung noch nicht zuverlässig genug ist.
– Wir haben vergessen, kleinwüchsige Menschen gezielt zu berücksichtigen und haben sehr wertvolle Anstöße und Feedback dazu bekommen. Das werden wir dieses Jahr mitdenken.
– Wir wollen mehr Bodenplatten besorgen und verlegen. Außerdem wollen wir auf Kabelbrücken achten, die besser für Mobilitätshilfen geeignet sind.
– Wir wünschen uns mehr Möglichkeiten, spontan Programm zu machen.
– Buddies und Alltagsassistenzen sowie die An- und Abreiseassistenz waren sehr hilfreich für Menschen. Es konnten viele Menschen vom Bahnhof abgeholt bzw. dorthin gebracht werden. Außerdem fiel neuen oder schüchterneren Menschen der Einstieg auf dem Camp leichter durch einen Buddy. Das Angebot der pflegerischen Assistenz wurde noch nicht wahrgenommen, doch es wird dieses Jahr auf jeden Fall weiter bestehen bleiben!
Melde dich jetzt schon bei uns, wenn du Lust hast, das Camp zu besuchen und Barrieren erwartest und/oder Assistenz benötigst!
Wenn du dir vorstellen kannst, als Assistenz zu unterstützen, melde dich auch gerne bei uns!
